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Bevölkerungsentwicklung Kanton St.Gallen 2016: Bevölkerungszunahme von 0,7 Prozent

Symbolbild

Das Wachstum der ständigen Wohnbevölkerung im Kanton St.Gallen lag im Jahr 2016, gleich wie im Vorjahr, bei 0,7 Prozent und damit rund 0,4 Prozentpunkte unter dem gesamtschweizerischen Bevölkerungswachstum (1,1%). Das Bevölkerungswachstum ist auf Zuwanderung und Geburtenüberschuss zurückzuführen. Die Anzahl der Zuzüge (ständige Wohnbevölkerung) stieg 2016 nach dem Rückgang im Jahr 2015 wieder an. Die Anzahl Wegzüge hat weiter zugenommen. Insgesamt zogen 1‘794 mehr Personen zu als weg.


Diese Zahlen basieren auf der vom Bundesamt für Statistik in Zusammenarbeit mit den Kantonen und Gemeinden erstellten schweizerischen Bevölkerungsstatistik STATPOP. Die hier vorliegende Ergebnispublikation der Fachstelle für Statistik des Kantons St.Gallen erfolgt parallel zur Publikation des Bundesamtes für Statistik, bei welcher die gesamtschweizerische Entwicklung sowie interkantonale Vergleiche im Zentrum stehen.

 

Ende 2016 erreichte die ständige Wohnbevölkerung des Kantons St.Gallen den Stand von 502‘552 Personen. Dies entspricht einer Zunahme gegenüber dem Vorjahr um 0,7 Prozent (+3‘487 Personen). Damit liegt das kantonale Bevölkerungswachstum unter dem gesamtschweizerischen Bevölkerungswachstum von 1,1 Prozent. Alle Wahlkreise des Kantons St.Gallen verzeichnen ein Bevölkerungswachstum. Am stärksten gewachsen sind, wie bereits im letzten Jahr, die Wahlkreise Rheintal und Werdenberg mit je 1,3 Prozent. Das geringste Wachstum hat der Wahlkreis St.Gallen erfahren (+0,2%).

 

Auf Gemeindeebene sind sowohl Bevölkerungszuwachse (58 Gemeinden) wie auch -abnahmen (16 Gemeinden) zu beobachten. In drei Toggenburger Gemeinden bleibt der Bevölkerungsstand unverändert. Den verhältnismässig grössten Zuwachs hat die Gemeinde Lütisburg mit 6,2% (+90 Personen) zu verzeichnen, den verhältnismässig grössten Rückgang die Gemeinde Marbach mit -2,0 Prozent (-42 Personen). 

 

Zusätzlich zu den 502‘552 Personen der ständigen Wohnbevölkerung leben 10‘215 Personen im Kanton St.Gallen, die entweder einen Nebenwohnsitz im Kanton begründen, Kurzaufenthalter oder Personen im Asylprozess mit einer Aufenthaltsdauer von weniger als 12 Monaten sind. Wird diese Personengruppen zur ständigen Wohnbevölkerung dazugerechnet, umfasst die Wohnbevölkerung des Kantons St.Gallen Ende 2016 insgesamt 512‘767 Personen. Im Vergleich zu 2015 entspricht dies einem Anstieg von 0,4 Prozent (+1‘917 Personen).

 


Mehr Männer als Frauen

Erstmals seit Beginn der Datenerhebung ESPOP/STATPOP im Jahr 1980 zählt der Kanton St.Gallen mehr Männer (251‘526) als Frauen (251‘026). Lebten zu Beginn der Messreihe rund 7‘800 Frauen mehr im Kanton St.Gallen als Männer, reduzierte sich diese Differenz aufgrund der höheren internationalen Zuwanderung sowie des höheren Geburtenüberschusses von Personen männlichen Geschlechts kontinuierlich.


Wachsende ständige ausländische Wohnbevölkerung

Die ständige ausländische Wohnbevölkerung des Kantons St.Gallen erreichte Ende 2016 den Stand von 119‘723 Personen und ist somit im Vergleich zum Vorjahr um 2‘370 Personen gewachsen. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung beträgt 23,8 Prozent, was im Vorjahresvergleich einem Plus von 0,3 Prozentpunkten gleichkommt. Ein Anstieg des Ausländeranteils ist ebenfalls in allen Wahlkreisen, nicht aber in allen Gemeinden zu finden: In 13 Gemeinden hat er im Vorjahresvergleich abgenommen, am stärksten in der Gemeinde Marbach (-1 Prozentpunkt). Die Zahl der Personen der ständigen ausländischen Wohnbevölkerung, die seit Geburt in der Schweiz lebt, betrug im Jahr 2016 26'439 und ist somit im Vergleich zum Vorjahr um 327 Personen gestiegen. Ebenfalls gestiegen ist die Anzahl der ausländischen Personen, die seit weniger als zehn Jahren einen Wohnsitz in der Schweiz haben. Die Mehrheit der Ausländerinnen und Ausländer im Kanton (70,5%) verfügt über eine Niederlassungsbewilligung C.


Demographische Alterung

Ende 2016 beträgt der Anteil der Kinder und Jugendlichen (Personen unter 20 Jahren) im Kanton St.Gallen 20,7 Prozent, der Anteil der erwerbsaktiven Bevölkerung (Personen zwischen 20 und 64 Jahren) 61,6 Prozent und der Anteil der über 65-Jährigen 17,7 Prozent. Verglichen mit den Vorjahren, ist ein kontinuierlicher Rückgang des Anteils der Kinder und Jugendlichen festzustellen. Diese Entwicklung führt dazu, dass der Altersquotient, der das Verhältnis von Einwohnern im Rentenalter zur Erwerbsbevölkerung wiedergibt, stetig steigt. Im Jahr 2016 entfielen im Kanton St.Gallen 28,7 Personen im Rentenalter auf 100 Personen im erwerbsfähigen Alter. Weit über dem kantonalen Durchschnitt liegt die Gemeinde Amden, in der auf 100 Personen im erwerbsaktiven Alter 43,3 über 64-Jährige kommen. 


Die ausländische Bevölkerung ist insgesamt jünger als die schweizerische. Das Durchschnittsalter der Schweizerinnen und Schweizer liegt bei rund 43 Jahren, dasjenige der ausländischen Staatsangehörigen bei rund 36 Jahren. Dieser Unterschied ist darauf zurückzuführen, dass die zuwandernden Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit überwiegend jüngeren Alters sind. 


Wanderungsverlust bei Schweizer Staatsangehörigen, Wanderungsgewinn bei ausländischen Staatsangehörigen

Ende 2016 stehen auf Kantonsebene 18‘505 Zuziehenden 16‘711 Wegziehende gegenüber. Bei den Zuziehenden beläuft sich der Anteil ausländischer Personen auf 58,5 Prozent, bei den Wegziehenden auf 45,9 Prozent. Der Wanderungssaldo beläuft sich auf +1‘794 Personen. Berechnet man den Wanderungssaldo für Schweizer und ausländische Staatsangehörige getrennt, resultiert für die Schweizer ein Bevölkerungsverlust von -1‘374 Personen und für die ausländischen Staatsangehörigen ein Bevölkerungszuwachs von +3‘168 Personen. Der Bevölkerungszuwachs der ausländischen Bevölkerung ist hauptsächlich auf die internationale Zuwanderung zurückzuführen. Der interkantonale Wanderungssaldo ist sowohl für Personen mit Schweizer wie auch ausländischer Staatsangehörigkeit negativ. Mit Ausnahme der 60- bis 69-Jährigen ziehen Personen aller Altersgruppen häufiger aus dem Kanton St.Gallen weg als zu. Am häufigsten zieht es 20- bis 29-Jährige in einen anderen Kanton, gefolgt von den 30- bis 39-Jährigen.


Geburtenüberschuss

In einem vergleichbaren Umfang wie der Wanderungssaldo trägt auch der Geburtenüberschuss (Zahl der Lebendgeburten minus Zahl der Todesfälle) zum Bevölkerungswachstum bei. Ende 2016 beträgt der Geburtenüberschuss auf Kantonsebene 1‘543 Personen. Der Geburtenüberschuss der ausländischen Staatsangehörigen ist zweieinhalb Mal höher als derjenige der Schweizer. Hauptursache dafür ist die altersstrukturbedingte tiefere Zahl der Todesfälle bei der ausländischen Bevölkerung. 


Einbürgerungen als Hauptursache für das Bevölkerungswachstum Schweizer Staatsangehöriger

Die ständige Wohnbevölkerung mit Schweizer Staatsangehörigkeit erreichte im Kanton St.Gallen Ende 2016 einen Stand von 382‘829 Personen und ist somit im Vergleich zum Vorjahr um gut 1‘117 Personen gewachsen. Dieses Wachstum ist hauptsächlich auf die 1‘844 Einbürgerungen sowie auf den Geburtenüberschuss von 449 Personen zurückzuführen.


St. Galler Bevölkerung überwiegend katholisch

Auf die römisch-katholische Kirche entfällt im Jahr 2016 mit 45 Prozent der grösste Anteil an der St.Galler Bevölkerung. Allerdings nimmt der Anteil der Personen, die einer der beiden Landeskirchen angehören, von Jahr zu Jahr ab. Von den 502‘552 Personen der ständigen Wohnbevölkerung gehörten im Jahr 2016 334‘001 Personen bzw. 66,5 Prozent einer der beiden Landeskirchen an, im Jahr 2011 waren es noch knapp 72 Prozent. Der Anteil der Bevölkerung, der konfessionslos ist oder einer anderen Glaubensgemeinschaft angehört, nimmt hingegen stetig zu und beträgt 2016 33,5 Prozent.


Weitere Informationen für Tiefschürfende

Für Tiefschürfende bieten Einzeltabellen für alle St.Galler Gemeinden weitere Detailinformationen zur Bevölkerungsstruktur der Gemeinde im Vergleich zum jeweiligen Wahlkreis und dem Gesamtkanton. In der Statistikdatenbank STADA bieten drei Datenwürfel ausserdem umfangreiche Auswertungsmöglichkeiten zu den Themen Wohnbevölkerung, Altersstruktur und Wanderungen.


 

Für weitere Auskünfte...

...wenden Sie sich an Lutz Benson, Fachstelle für Statistik Kanton St.Gallen,
Tel: 058 229 22 58  / Email: lutz.benson@sg.ch 

 


Statistik - Bevölkerungsentwicklung Kanton St.Gallen 2016: Bevölkerungszunahme von 0,7 Prozent (30.08.2017 12:00)


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