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Methodisches zur Bevölkerungsstatistik

Traue keiner Statistik, deren Konstruktion Du nicht kennst!

Ein Blick in die Konstruktionspläne kann sich deshalb lohnen.

Datenerhebungen

Statistik der Bevölkerung und Haushalte STATPOP (ab 2010)

Statistik der Bevölkerung und Haushalte STATPOP (ab 2010)

Statistik des jährlichen Bevölkerungsstandes ESPOP (1981-2009)

Statistik des jährlichen Bevölkerungsstandes ESPOP (1981-2009)

Statistik der natürlichen Bevölkerungsbewegung BEVNAT

Statistik der natürlichen Bevölkerungsbewegung BEVNAT

Strukturerhebung (Neue Volkszählung ab 2010)

Strukturerhebung (Neue Volkszählung ab 2010)

Zentrales Migrationssystem ZEMIS

Zentrales Migrationssystem ZEMIS

Alle Ausländer/-innen in der Schweiz (inkl. Asylsuchenden und Flüchtlinge) werden im Migrationssystem ZEMIS mit einheitlichen Personenangaben geführt. Sämtliche Funktionen und Tätigkeiten von der Einreise über den Aufenthalt bis zum Verlassen der Schweiz werden über ZEMIS abgewickelt. ZEMIS wird vom Bundesamt für Migration zusammen mit anderen Migrationsämtern von Bund, Kantonen und einigen Gemeinden sowie verschiedenen Arbeitsämtern bewirtschaftet.

 

ZEMIS wurde im Jahr 2008 produktiv. Seine Vorgänger waren das Zentrale Ausländerregister (ZAR) und das automatisierte Personenregistratursystem im Asylbereich (AUPER) .

Qualität der ZEMIS-Daten (ehemals ZAR-Daten)

Das Inkrafttreten der bilateralen Verträge zwischen der Schweiz und der EU am 1. Juni 2002 hatte mehrere negative Auswirkungen auf die Qualität der Informationen aus ZEMIS:

  • EU-Bürger/innen mit einer Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung (C-EU/EFTA und B-EU/EFTA) müssen sich seither nur noch alle 5 Jahre bei ihrer Wohngemeinde melden. Zwar erhält ZEMIS auch weiterhin die Information, wenn Ausländer/innen von einer Gemeinde in die andere umziehen, und ZEMIS nimmt auch weiterhin jährlich Rücksprache mit den Gemeinden über die Zahl der in der Gemeinde wohnhaften Ausländer/innen. Trotzdem ist mit einer tendenziell zunehmenden Überschätzung der Zahl dieser Ausländer/innen zu rechnen, weil Personen, die ohne offizielle Abmeldung die Schweiz verlassen, erst verhältnismässig spät identifiziert werden.

  • Die Qualität der Informationen aus ZEMIS hat sich seit Einführung der bilateralen Verträge im Juni 2002 hinsichtlich derjenigen Merkmale verschlechtert, die sich verhältnismässig rasch ändern können. Dazu zählen insbesondere die arbeitsmarktrelevanten Merkmale wie berufliche Stellung, Beruf, Wirtschaftsbranche, etc. Eine Analyse der beruflichen Merkmale des Bestandes der EU-Ausländer mit Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung ist daher ab 1. Juni 2002 nicht mehr möglich. Hingegen lassen sich die arbeitsmarktrelevanten Merkmale für die neu aus dem Ausland zuziehenden Personen in ZEMIS ersehen und auswerten.

  • Von der Neuregelung der Aufenthaltsbewilligung eher wenig betroffen ist die Informationsqualität bezüglich Kurzaufenthalter aus EU-Ländern (Ausweis L-EG), da die Anwesenheit von Kurzaufenthaltern auch in Zukunft zumindest meldepflichtig ist. Allerdings gibt es bereits heute eine leichte Überschätzung dieser Personengruppen im ZEMIS, weil viele dieser Ausländer/innen sich bei der vorzeitigen Ausreise aus der Schweiz nicht abmelden. Dies aber wird erst nach Ablauf der bewilligten Aufenthaltsfrist bemerkt und kann daher auch erst zu diesem Zeitpunkt im ZEMIS korrigiert werden. Dieses Problem der Überschätzung der Zahl der Kurzaufenthalter bleibt nach dem Juni 2002 in ähnlichem Ausmass bestehen.

Begriffsdefinitionen

Wohnbevölkerung (Allgemeines zur Definition und Verwendung)

Wohnbevölkerung (Allgemeines zur Definition und Verwendung)

Die Wohnbevölkerung umfasst alle Personen die einen behördlich registrierten Haupt- oder Nebenwohnsitz  haben und deshalb im betrachteten Gebiet  in der Regel auch einen Wohnplatz innehaben. Ausnahmen von dieser Regel sind obdachlose Personen und Personen die lediglich noch angemeldet sind, aber nicht mehr am Anmeldeort wohnen. Zu den Personen mit Nebenwohnsitz gehören hauptsächlich Wochenaufenthalter/-innen und Wochenaufenthalter. Diese sind zu Arbeits- oder Ausbildungszwecken vor Ort und haben ihren Hauptwohnsitz anderswo.

 

Die Verwendung von Kennzahlen der Wohnbevölkerung empfiehlt sich insbesondere dort, wo es darum geht, die Personengruppe in den Blick zu bekommen, welche die Infrastruktur des betrachteten Gebietes im Zusammenhang mit ihrem Wohnaufenthalt in Anspruch nimmt.

 

Die ständige Wohnbevölkerung ist eine Teilmenge der Wohnbevölkerung. Zu ihr zählen nur Personen, die sich mit der Absicht dauerhaften Verbleibs mit Hauptwohnsitz im betrachteten Gebiet niedergelassen haben. Bei ausländischen Personen werden nur Personen mit einer überjährigen Aufenthaltsbewilligung berücksichtigt. Teilweise werden auch ausländische Personen, die nur über kurzfristige Aufenthaltsbewilligungen verfügen, jedoch insgesamt schon mindestens ein Jahr in der Schweiz leben, zur ständigen Wohnbevölkerung gezählt.

 

Die Verwendung von Kennzahlen der ständigen Wohnbevölkerung empfiehlt sich insbesondere dort, wo es darum geht, die Personengruppe im betrachteten Gebiet in den Blick zu bekommen, die dort mit Hauptwohnsitz und ohne kurzfristige Aufenthaltsbefristung lebt. Auch wenn man sich auf die im Beobachtungsraum ordentlich Steuerpflichtigen und (im Fall der Schweizer Bevölkerung) Stimmberechtigten und deren Angehörige konzentrieren möchte, empfiehlt sich die Verwendung von Zahlen zur ständigen Wohnbevölkerung.

 

Je nach Datenerhebung resultieren in Folge von Unterschieden in den Erhebungsmethoden leicht unterschiedliche Zahlen zur (ständigen) Wohnbevölkerung der gleichen Gebietseinheiten.

Wohnbevölkerung gemäss der Statistik der Bevölkerung und Haushalte STATPOP

Wohnbevölkerung gemäss der Statistik der Bevölkerung und Haushalte STATPOP

STATPOP ist eine vom Bund geleitete und definierte schweizweit flächendeckende Bevölkerungsstatistik, bei welcher allerdings die Kantone und Gemeinden wesentliche Beiträge zum Zustandekommen leisten. Die bei STATPOP verwendeten Bevölkerungsdefinitionen sind in der Volkszählungsverordnung (SR 431.112.1) festgehalten. Die Wohnbevölkerung wird dort in drei Gruppen unterteilt:

 

ständige Wohnbevölkerung: jeweils am Hauptwohnsitz alle:

  • in der Schweiz gemeldeten Personen schweizerischer Staatsangehörigkeit,
  • ausländischen Staatsangehörigen ausserhalb des Asylprozesses mit einer Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung für mindestens zwölf Monate oder Kurzaufenthaltsbewilligungen für eine kumulierte Aufenthaltsdauer von mindestens zwölf Monaten,
  • Personen im Asylprozess mit einer Gesamtaufenthaltsdauer von mindestens zwölf Monaten;

nichtständige Wohnbevölkerung: jeweils am Hauptwohnsitz alle:

  • ausländischen Staatsangehörigen ausserhalb des Asylprozesses mit einer Kurzaufenthaltsbewilligung für weniger als zwölf Monate,
  • Personen im Asylprozess mit einer Gesamtaufenthaltsdauer von weniger als zwölf Monaten;

Wohnbevölkerung am Nebenwohnsitz: alle Personen:

  • die in der Schweiz als Aufenthalterinnen oder Aufenthalter mit einer Nebenniederlassungsbewilligung gemeldet sind,
  • die in der Schweiz wohnen, jedoch über keinen Hauptwohnsitz in der Schweiz verfügen (z.B. Grenzgänger/-innen mit einem Nebenwohnsitz in der Schweiz).

 

Ständige Wohnbevölkerung gemäss Statistik des jährlichen Bevölkerungsstandes ESPOP (1980-2009)

Ständige Wohnbevölkerung gemäss Statistik des jährlichen Bevölkerungsstandes ESPOP (1980-2009)

Die Bevölkerungsstatistik ESPOP wurde vom Bundesamt für Statistik in Zusammenarbeit mit den Kantonen und Gemeinden in den Jahren 1980-2009 (z.T. bis 2010) betrieben.

 

Als Analogon zur Wohnbevölkerung gemäss STATPOP wurde bei ESPOP das Konzept der "mittleren Wohnbevölkerung" verwendet, welches sich an den Bevölkerungsbegriff der Volkszählungen (bis 2000) anlehnte. Da die definitorischen Unterschiede zu STATPOP allerdings zu gross sind, lassen sich keine Zeitreihen weiterführen. Deshalb wird hier auch noch näher darauf eingegangen.

 

Bei der Definition der ständigenWohnbevölkerung liegt der markanteste Unterschied zwischen ESPOP und STATPOP darin, dass bei ESPOP Kurzaufenthalter und Asylbewerbende generell nicht zur ständigen Wohnbevölkerung gezählt wurden.

Ständige Wohnbevölkerung gemäss Bundesamt für Migration (ZEMIS)

Ständige Wohnbevölkerung gemäss Bundesamt für Migration (ZEMIS)

Im Unterschied zu STATPOP (siehe oben) werden die Personen im Asylprozess (N und F) gesamthaft nicht zur ständigen Wohnbevölkerung gezählt.

Aufenthaltsbewilligungen für ausländische Staatsangehörige

Aufenthaltsbewilligungen für ausländische Staatsangehörige

Die Schweiz kennt folgende Aufenthaltsbewilligungen: Niedergelassene (C), Aufenthalter (B), Kurzaufenthalter (L), Grenzgänger (G), Asylsuchende (N) und vorläufig aufgenommene Ausländer/innen (F). Die Saisonnierbewilligung (A) wurde mit Inkrafttreten der bilateralen Verträge (1. Juni 2002) abgeschafft.


Detaillierte Informationen zu den verschiedenen Bewilligungen finden Sie beim Bundesamt für Migration (BFM) unter EU/EFTA-Angehörige und Nicht-EU/EFTA-Angehörige

Personenfreizügigkeit

Freizügigkeitsabkommen (FZA) Schweiz - EU/EFTA
PDF-Datei Unterteilung der EU aufgrund Einführung der Personenfreizügigkeit (40 kB, PDF)   24.11.2016

 

 

 

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