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Indikatoren Sozialhilfe: Aussteuerungen aus der Arbeitslosenversicherung

Kommentar

Die Zahl der aus der Arbeitslosenversicherung im Verlaufe eines Quartals ausgesteuerten Stellensuchenden ist seit 2012 in den St.Galler Wahlkreisen in absoluten Zahlen relativ stabil geblieben. Nachdem im Jahr 2016 eine leicht ansteigende Tendenz beobachtet werden konnte, hat sich die Entwicklung 2017 und auch im laufenden Jahr abgeschwächt. Im 4. Quartal des Vorjahrs wurden erstmals seit zwei Jahren wieder weniger als 500 Personen ausgesteuert. Im 2. und im 3. Quartal 2018 blieben die Werte ebenfalls darunter. Deutlich sichtbar ist diese Entwicklung etwa im Wahlkreis Wil und im Sarganserland.

Bedeutung des Indikators

Aussteuerung bedeutet für die Betroffenen den Verlust der finanziellen Unterstützung durch die Arbeitslosenversicherung, wobei diese zum Zeitpunkt der Aussteuerung  in der Regel über kein Erwerbseinkommen verfügen. Die Ausgesteuerten sind in dieser Situation auf Ersparnisse oder die Unterstützung nahestehender Personen angewiesen. Fehlen solche Mittel, kann die kommunale Sozialhilfe in Anspruch genommen werden. Die Zahl der Aussteuerungen kann deshalb als Frühindikator für die Inanspruchnahme von Sozialhilfeleistungen angesehen werden. 

Berechnung des Indikators

Die Aussteuerung aus der Arbeitslosenversicherung bezeichnet den Zeitpunkt an dem kein Anspruch mehr besteht, Taggelder zu beziehen. Dies ist dann der Fall, wenn die maximale Dauer des Taggeldbezugs erreicht wird oder wenn die zweijährige Rahmenfrist abgelaufen ist und im Anschluss daran keine neue Rahmenfrist eröffnet werden kann. Die Rahmenfrist beginnt am ersten Tag der Erwerbslosigkeit. Werden in einer Rahmenfrist während mindestens zwölf Monaten ALV-Beiträge entrichtet (zum Beispiel durch einen Zwischenverdienst), kann eine neue Rahmenfrist eröffnet werden.
Die maximale Dauer des Taggeldbezugs (Höchstanspruch) hängt von der Beitragszeit und dem Alter ab. Seit dem 1. April 2011 gilt die folgende Regelung:
- Personen, die in den zwei Jahren vor der Arbeitslosigkeit während mindestens 12 aber weniger als 18 Monaten Arbeitslosenversicherungsprämien bezahlt haben, können maximal 260 Taggelder beziehen.
- Personen mit einer Beitragszeit ab 18 Monaten haben Anspruch auf 400 Taggelder.
- 520 Taggelder beträgt der Höchstanspruch von Personen mit einer Beitragsdauer von mindestens 22 Monaten, die entweder älter als 55 Jahre sind, oder die eine Invaliditäts-Rente beziehen, welche einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % entspricht.
- Anspruch auf maximal 200 Taggelder haben Personen bis 25 Jahre und ohne Unterhaltspflichten, die eine Beitragsdauer von mindestens 12 Monaten aufweisen.
- Wer von der Beitragszeit befreit ist (wegen Ausbildung, Krankheit, Mutterschaft und einigen weiteren Gründen), kann maximal 90 Taggelder beanspruchen.
- Personen, deren Rahmenfrist innerhalb der letzten vier Jahre vor der Erreichung des ordentlichen AHV-Rentenalters beginnt, können zusätzlich 120 Taggelder beziehen.
Ausgesteuerte können beim RAV angemeldet bleiben und dessen Dienstleistungen in Anspruch nehmen. Allerdings müssen sie dann auch die entsprechenden Pflichten weiterhin erfüllen, zum Beispiel an Beratungsgesprächen teilnehmen und Arbeitsbemühungen nachweisen.
Aus Gründen, die mit den Auszahlungen in Zusammenhang stehen, liegen erst drei Monate nach dem Beobachtungsmonat verlässliche Zahlen zu den Aussteuerungen vor. Die Zahlen am aktuellen Rand der Zeitreihe werden jeweils rückwirkend, auf Basis des verbesserten Datenstandes, revidiert.

 

 

Nächste Aktualisierung bis spätestens: 31.01.2019

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