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Indikatoren zum Thema Sprache: Anteil sprachlich Desintegrierter

Kommentar

Mehr sprachliche Desintegration bei älteren Personen

 

Im Zeitraum 2014-2016 sprach etwa 3.6% der über 14-jährigen ständigen Wohnbevölkerung im Kanton St.Gallen, dies entspricht rund 15'000 Personen, die deutsche Sprache weder zu Hause noch bei der Arbeit oder in der Schule. Verglichen mit dem Jahr 2000 bedeutet dies eine Zunahme von 1,3 Prozentpunkten. Bei dieser Personengruppe handelt es sich beinahe ausschliesslich um Menschen mit Migrationshintergrund, meist Angehörige der ersten Einwanderungsgeneration. Der grösste Anteil der Personen ohne Verwendung der deutschen Sprache wie auch die stärkste Zunahme im Vergleich zum Jahr 2000 ist bei den über 55-Jährigen zu beobachten. Dies lässt sich zum Teil damit erklären, dass einerseits der Erwerb einer neuen Sprache mit zunehmendem Alter schwieriger wird und dass andererseits mit dem Rückzug aus dem Erwerbsleben ein wichtiges Anwendungsfeld der deutschen Sprache verloren geht - beides gekoppelt mit der Tatsache, dass der Anteil der Personen mit Migrationshintergrund seit dem Jahr 2000 angestiegen ist. Bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 15 und 24 Jahren hat umgekehrt der Anteil derjenigen, die Deutsch weder zu Hause noch bei der Arbeit oder in der Schule verwendet, seit dem jahr 2000 tendenziell leicht abgenommen.

Bedeutung des Indikators

Bedeutung des Indikators

Der Beherrschung der deutschen Sprache kommt eine Schlüsselfunktion bei der Integration zu. Die Nichtverwendung der deutschen Sprache kann einerseits auf fehlende Anwendungsmöglichkeiten und andererseits auf die Nichtbeherrschung der Sprache zurückgeführt werden. Beide Sachverhalte können die gesellschaftliche Integration verzögern oder gänzlich verhindern.

Berechnung des Indikators

Berechnung des Indikators

Anteil der Personen der ständigen Wohnbevölkerung im Kanton St.Gallen ab 15 Jahren, die weder Deutsch als Hauptsprache noch Schweizerdeutsch oder Hochdeutsch zu Hause/bei Angehörigen oder bei der Arbeit/Ausbildung sprechen.
Bei der hier vorliegenden Auswertung der Strukturerhebung wurden die Stichproben von jeweils drei aufeinanderfolgenden Erhebungsjahren zusammengenommen (sogenanntes Pooling), wobei den einzelnen Personen nur jeweils ein Drittel ihres Gewichts zubemessen wurde.  Durch diese Vergrösserung der Datengrundlage kann der Stichprobenfehler verringert werden und eine detailliertere Auswertung erfolgen. Die Zahlen beziehen sich damit auf den entsprechenden Dreijahreszeitraum. Die Daten der Volkszählung 2000 wurden vom Bundesamt für Statistik mit den Daten der Strukturerhebung harmonisiert, so dass sie sich auf die gleiche Bevölkerungsauswahl (Ständige Wohnbevölkerung ab 15 Jahren in Privathaushalten) wie in der Strukturerhebung beziehen.

 

Nächste Aktualisierung bis spätestens: 31.04.2019

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