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Indikatoren Stimmbeteiligung: Stimmbeteiligung nach Alter

Kommentar

Die Altersgruppe der 60-80-Jährigen weist bei den Gemeinden, zu denen entsprechende Informationen vorliegen, in den letzten vier Abstimmungen die höchste Stimmbeteiligung auf. In der Tendenz steigt die Höhe der Stimmbeteiligung mit dem Alter. Ausnahmen fallen auf bei der jüngsten Altersgruppe, den 18-24-Jährigen, deren Beteiligung vereinzelt etwas höher liegt als diejenige der 25-39-Jährigen. Am auffälligsten zeigt sich dies in der Gemeinde Thal, wo die jüngsten Stimmberechtigten in allen vier Abstimmungen eine höhere Beteiligungsquote aufweisen als die 25-39-Jährigen. Auch im Gemeindevergleich der 18-24-Jährigen liegt Thal normalerweise an der Spitze. Die markanteste Ausnahme zeigt sich bei Wildhaus-Alt St.Johann, wo die 18-24-Jährigen in den letzten beiden Abstimmungen im Gemeindevergleich die höchste Beteiligung aufwiesen.
Der Zeitverlauf zeigt bei allen Gemeinden einen Kurvenverlauf in Form einer Tasche. Deren Boden bildet die Abstimmung vom Juni 2018. Damals wurde über die Vollgeldinitiative, das Glückspielgesetz, die Einmaleinlage in die St.Galler Pensionskasse sowie das Joint Medical Master abgestimmt. Diese Vorlagen waren einerseits durch hohe Komplexität und andererseits begrenzte Betroffenheit geprägt. An den beiden Taschenhenkeln, den Abstimmungssonntagen mit der höchsten Stimmbeteiligung, standen unter anderem die Initiative zur Abschaffung der Fernsehgebühren (März) und die Hornkuh- und Selbstbestimmungsinitiative zusammen mit der Vorlage zur Überwachung Verischerten (November) an. Im September 2018 wurde die Veloinitiative, die beiden Bundesvorlagen zur Ernährung und die kantonale Vorlage zum Verhüllungsverbot abgestimmt.
Für die E-Voting-Gemeinden können ab Juni 2018 keine Stimmbeteiligungsstatistiken mehr erstellt werden. Im Rahmen der parlamentarischen Behandlung des Gesetzes über Wahlen und Abstimmungen wurde in der Juni-Session 2018 die stimmkanalspezifische sozidemografische Auswertung der Stimmbeteiligung kritisiert, weil damit der Schutz des Stimmgeheimnisses in Frage gestellt sei. Die Staatskanzlei hat aufgrund dieser, aus Sicht der Fachstelle für Statistik nicht berechtigten Kritik, den Auftrag an den Informatik-Betreiber des E-Votings zur Zusammenstellung der Teilnahme-Identifikatoren eingestellt. Da diese Identifikatoren zur Produktion der Stimmbeteiligungsstatistik STISTAT benötigt werden, kann die Fachstelle für Statistik die Stimmbeteiligungsstatistik für die E-Voting-Gemeinden ab der Abstimmung vom 10. Juni 2018 nicht mehr erstellen.

Bedeutung des Indikators

Die Stimm- und Wahlbeteiligung zeigt das Ausmass der Partizipation an den (direkt-)demokratischen politischen Beteiligungsgelegenheiten. Sie wird einerseits durch die Betroffenheit der jeweiligen Bevölkerung beeinflusst und andererseits dadurch, von welchen Staatsebenen (Bund, Kanton, Gemeinde) Vorlagen zur Abstimmung gebracht werden. Einen positiven Einfluss auf die Beteiligung hat ebenso eine Wahl- und Stimmpflicht, wie sie im Kanton Schaffhausen besteht. Der auf Basis der Beteiligung bei einzelnen Vorlagen aufbauende Indikator unterschätzt die Partizipation der Bevölkerung, weil ein Teil sich nur selektiv an einzelnen Abstimmungen bzw. Wahlen beteiligt.      

Berechnung des Indikators

Bei der Stimmbeteiligungsstatistik STISTAT der Fachstelle für Statistik können bei rund einem Dutzend St.Galler Gemeinden auf Basis der eingescannten Stimmrechtsausweise soziodemographische Informationen zum Sachverhalt der Stimmbeteiligung dazugespielt werden. Für die Abstimmungen von 2010 bis Februar 2017 ausschliesslich für die Stadt St.Gallen. Ab Mai 2017 für weitere Gemeinden. Die auf Basis der STISTAT-Daten ermittelte Stimmbeteiligung entspricht dem Anteil der Stimmenden an allen Stimmberechtigten. Gezählt werden die abgegebenen Stimmrechtsausweise. Zur Ermittlung der Zahl der Stimmberechtigten und deren soziodemographischen Merkmale wird die Bevölkerngsstatistik STATPOPSG der Fachstelle für Statistik verwendet (für die Stadt St.Gallen bis Februar 2017 STADTSGPOP). Massgeblich ist der Bevölkerungsstand am Ende des letzten Jahresquartals vor der Abstimmung/Wahl. Daraus werden diejenigen Personen mit schweizer Staatsbürgerschaft selektiert, welche am Abstimmungstag das 18. Lebensjahr erreicht haben werden oder älter sind. Die auf diese Weise berechnete Stimmbeteiligung kann auf Ebene der Stadt/Gemeinde von derjenigen marginal abweichen, welche von den für Abstimmungen und Wahlen zuständigen Gemeindebehörden bekanntgegeben wird. Der Grund liegt zum einen darin, dass die Behörden die Zahl der am Abstimmungs- bzw. Wahltag Stimmberechtigten dem Stimmregister entnehmen. Zum andern wird die Stimmbeteiligung vorlagenspezifisch ausgewiesen, wobei die Anzahl der mit gültigem Stimmrechtsausweis eingereichten Stimmzettel massgeblich ist.
Die über 80-jährigen Personen werden in diesem Indikatorenprodukt nicht berücksichtigt, da der Anteil der Personen, welche sich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr beteiligen können, in dieser Altersgruppe überdurchschnittlich hoch ist.

 

Nächste Aktualisierung bis spätestens: 28.2.2019

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Fachstelle für Statistik Kanton St.Gallen

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