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Stimmbeteiligung unter der Lupe

Dekorationsbild

Die Stimmbeteiligung sank in der Abstimmung vom 10. Juni 2018 in allen Altersgruppen auf einen Tiefstand. Dies war bei allen neun Gemeinden der Fall, die in die STISTAT-Statistik der Fachstelle für Statistik des Kantons St.Gallens einbezogen werden konnten. Für die bisher ebenfalls einbezogenen E-Voting-Gemeinden konnte aufgrund politischer Vorstösse für die Abstimmung vom 10. Juni keine Stimmbeteiligungsstatistik mehr erstellt werden.


Tiefe Stimmbeteiligung in allen Gemeinden

 

In der Abstimmung vom Juni 2018 sank die Stimmbeteiligung in allen STISTAT-Gemeinden bei allen Altersgruppen deutlich. Dies dürfte mit den Vorlagen zusammenhängen. Die eidgenössischen Vorlagen (Vollgeldinitiative, das Glückspielgesetz) wie auch die kantonalen (Einmaleinlage in die St.Galler Pensionskasse, Joint Medical Master) hatten es schwer Interesse zu mobilisieren, einerseits wegen ihrer Komplexität und andererseits auf Grund der begrenzten Betroffenheit der Bevölkerung. Der Rückgang der Beteiligung ist in allen Altersgruppen zu beobachten.  

 

 

Stimmbeteiligung steigt mit dem Alter

 

Die Altersgruppe der 60-80-Jährigen weist bei den STISTAT-Gemeinden in den letzten vier Abstimmungen die höchste Stimmbeteiligung auf. In der Tendenz steigt die Höhe der Stimmbeteiligung mit dem Alter. Ausnahmen fallen auf bei der jüngsten Altersgruppe, den 18-24-Jährigen, deren Beteiligung vereinzelt etwas höher liegt als diejenige der 25-39-Jährigen. Am auffälligsten zeigt sich dies in der Gemeinde Thal, wo die jüngsten Stimmberechtigten in allen vier Abstimmungen eine höhere Beteiligungsquote aufweisen als die 25-39-Jährigen. Auch im Gemeindevergleich der 18-24-Jährigen liegt Thal an der Spitze.

 

Die graphische Darstellung zur Stimmbeteiligung nach Alter: https://www.statistik.sg.ch/home/themen/b17/stimmbeteiligung/P121.html

 

Rückgang der Stimmbeteiligung bei Frauen und Männern

 

Der Rückgang der Stimmbeteiligung weist keine geschlechtsspezifischen Auffälligkeiten auf. Über die letzten vier Abstimmungen betrachtet, liegt die Stimmbeteiligung der Frauen in der Tendenz leicht tiefer als diejenige der Männer. Ausnahmen im Beobachtungszeitraum zeigen sich einzig in der Abstimmung vom September 2017 (AHV-Vorlagen) in den Gemeinden Schmerikon, St.Gallen und Wildhaus-Alt St.Johann. Eine augenfällig höhere Stimmbeteiligung der Männer ist bei den E-Voting-Gemeinden festzustellen. Zur Abstimmung vom 10. Juni liegen für die E-Voting-Gemeinden allerdings keine Informationen mehr vor (siehe unten).

 

Die graphische Darstellung zur Stimmbeteiligung nach Geschlecht: https://www.statistik.sg.ch/home/themen/b17/stimmbeteiligung/P123.html

 

 

 Stop der Stimmbeteiligungsstatistik für E-Voting-Gemeinden

 

Für die E-Voting-Gemeinden können ab Juni 2018 keine Stimmbeteiligungsstatistiken mehr erstellt werden. Im Rahmen der parlamentarischen Behandlung des Gesetzes über Wahlen und Abstimmungen wurde in der Juni-Session 2018 die stimmkanalspezifische soziodemografische Auswertung der Stimmbeteiligung kritisiert, weil damit der Schutz des Stimmgeheimnisses in Frage gestellt sei. Die Staatskanzlei hat aufgrund dieser, aus Sicht der Fachstelle für Statistik nicht berechtigten Kritik, den Auftrag an den Informatik-Betreiber des E-Votings zur Zusammenstellung der Teilnahme-Identifikatoren eingestellt. Da diese Identifikatoren zur Produktion der Stimmbeteiligungsstatistik STISTAT benötigt werden, kann die Fachstelle für Statistik die Stimmbeteiligungsstatistik für die E-Voting-Gemeinden ab der Abstimmung vom 10. Juni 2018 nicht mehr erstellen.

 

Die Fachstelle für Statistik hält fest, dass bei der Stimmbeteiligungsstatistik STISTAT das Stimmgeheimnis vollständig gewahrt bleibt. Unabhängig davon, wie die Stimmzettel eingereicht werden (via Urne, brieflich oder elektronisch), liegen keine Daten zu deren Inhalten vor, die einzelnen Personen zugeordnet werden können. Im Rahmen von STISTAT werden nur Informationen zur Stimmbeteiligung erzeugt. Die dabei verwendeten Personendaten sind geschützt. Das heisst, dass aus den erstellten Statistiken keine Rückschlüsse auf die Stimmbeteiligung von konkreten Personen gezogen werden können.

Die von Kantonsräten kritisierte Publikation zur E-Voting-Beteiligung nach Geschlecht und Alter bei den Abstimmungen vom September 2017 und März 2018 finden Sie hier: https://www.statistik.sg.ch/home/themen/b17/stimmbeteiligung/P130.html

 

 

 

Visualisierungen auf Karten

 

Die Unterschiede zwischen den Gemeinden bei der Stimmbeteiligung nach Alter, Geschlecht und beim E-Voting können Sie sich auf einer St.Galler Gemeindekarte anzeigen lassen, wobei Jahresdurchschnitte verwendet werden. Mit dem folgenden Link gelangen Sie zur Karte mit der Stimmbeteiligung der 18-24-Jährigen bei den beiden Abstimmungen im Jahr 2018: http://stada2.sg.ch/?tab=karten&thema=6&set=44&indikator1=517&karte=1&gebietstyp=6&gebiet=3231

Bei „Indikator 1“ können verschiedene weitere Kennzahlen gewählt werden, auch zum Jahr 2017.

 

 

Details zur Stimmbeteiligung nach Alter und Geschlecht…

 

… können in einer mit Filtern ausgestatteten Excel-Tabelle nach eigenem Interesse zusammengestellt werden (bei "Tabellen"): https://www.statistik.sg.ch/home/themen/b17/stimmbeteiligung.html

 

 

Zur Methodik

 

Bei der Stimmbeteiligungsstatistik STISTAT der Fachstelle für Statistik können bei einer kleinen Gruppe der St.Galler Gemeinden auf Basis der eingescannten Stimmrechtsausweise soziodemographische Informationen zum Sachverhalt der Stimmbeteiligung dazugespielt werden. Für die Abstimmungen von 2010 bis Februar 2017 ist dies ausschliesslich für die Stadt St.Gallen möglich, ab Mai 2017 für weitere Gemeinden. Die auf Basis der STISTAT-Daten ermittelte Stimmbeteiligung entspricht dem Anteil der Stimmenden an allen Stimmberechtigten. Gezählt werden die abgegebenen Stimmrechtsausweise. Bei vier Gemeinden, welche am Pilotprojekt E-Voting teilnehmen, war zusätzlich der Kanal der Stimmbeteiligung verfügbar. Zur Ermittlung der Zahl der Stimmberechtigten und deren soziodemographischen Merkmale wird die Bevölkerungsstatistik STATPOPSG der Fachstelle für Statistik verwendet. Die Einzeldaten von STISTAT werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern für vertiefte Analysen auf Basis eines Datenschutzvertrags zur Verfügung gestellt.

 

Die von der Fachstelle für Statistik hier publizierten statistischen Informationen unterstehen dem Statistikgesetz des Kantons St.Gallen (sGS 146.1) und dessen Qualitätskriterien. 

 

Auskünfte zu statistischen Fragen:

Theo Hutter, Leiter Fachstelle für Statistik Kanton St.Gallen

058 229 21 92  / theo.hutter@sg.ch

 

Auskünfte zum E-Voting im Kanton St.Gallen:

Benedikt van Spyk, Vizestaatssekretär

058 229 36 78  / benedikt.vanspyk@sg.ch

 

 


Statistik - Stimmbeteiligung unter der Lupe (06.07.2018 09:15)


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