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Bevölkerungsentwicklung Kanton St.Gallen 2017: Unterdurchschnittliche Bevölkerungszunahme

Symbolbild

Das Wachstum der ständigen Wohnbevölkerung im Kanton St.Gallen lag im Jahr 2017 bei gut 0,4 Prozent und liegt damit rund 0,3 Prozentpunkte unter dem gesamtschweizerischen Bevölkerungswachstum von knapp 0.8 Prozent. Letztmals im Jahr 2006 war im Kanton St.Gallen eine so kleine Wachstumsrate vorgekommen. Das Bevölkerungswachstum ist auf Zuwanderung und Geburtenüberschuss zurückzuführen. Der Beitrag der Zuwanderung war so klein wie letztmals im Jahr 2005.


Die heute (31.8.2018) publizierten Zahlen basieren auf der vom Bundesamt für Statistik in Zusammenarbeit mit den Kantonen und Gemeinden erstellten schweizerischen Bevölkerungsstatistik STATPOP. Die hier vorliegende Ergebnispublikation der Fachstelle für Statistik des Kantons St.Gallen erfolgt gleichzeitig mit der Publikation des Bundesamtes für Statistik, bei welcher die gesamtschweizerische Entwicklung sowie interkantonale Vergleiche im Zentrum stehen.

 

Ende 2017 erreichte die ständige Wohnbevölkerung des Kantons St.Gallen den Stand von 504‘686 Personen. Dies sind 2'134 Personen mehr als im Vorjahr. Mit 0,4 Prozent ist die kantonale Wachstumsrate gegenüber dem Vorjahr gesunken und liegt, wie auch in den Jahren zuvor, unter dem gesamtschweizerischen Bevölkerungswachstum von knapp 0,8 Prozent. Alle Wahlkreise des Kantons St.Gallen verzeichnen ein Bevölkerungswachstum. Am stärksten gewachsen ist, wie bereits im letzten Jahr, der Wahlkreis Werdenberg mit 1,1 Prozent. Das geringste Wachstum weisen die Wahlkreise St.Gallen und Toggenburg auf (+0,1%).

 

Auf Gemeindeebene sind sowohl Bevölkerungszuwachse (54 Gemeinden) wie auch -abnahmen (22 Gemeinden) zu beobachten. In der Gemeinde Berneck bleibt der Bevölkerungsstand unverändert. In fünf Gemeinden stieg die ständige Wohnbevölkerung 2017 um zwei Prozent oder mehr. Den verhältnismässig grössten Zuwachs hat die Gemeinde Benken mit 3.4% (+99 Personen) zu verzeichnen, den verhältnismässig grössten Rückgang die Gemeinde Berg mit -2,4 Prozent (-20 Personen). 

 

Zusätzlich zu den 504‘686 Personen der ständigen Wohnbevölkerung leben 10‘074 Personen im Kanton St.Gallen, die entweder einen Nebenwohnsitz im Kanton begründen, Kurzaufenthalter oder Personen im Asylprozess mit einer Aufenthaltsdauer von weniger als 12 Monaten sind. Wird diese Personengruppen zur ständigen Wohnbevölkerung dazugerechnet, umfasst die Wohnbevölkerung des Kantons St.Gallen Ende 2017 insgesamt 514‘760 Personen. Im Vergleich zu 2016 entspricht dies einem Anstieg von ebenfalls 0,4 Prozent (+1‘993 Personen).

 

Zahlentabellen

Entwicklung der (ständigen) Wohnbevölkerung: Tabellen/Wohnbevölkerung:Zeitreihen

 

Kennzahlen, Grafiken und Karten (Statistikdatenbank STADA2)

Bevölkerungskennzahlen: Werte für Regionen und Gemeinden unter „Gebietsauswahl“ abrufen

 

Wachsende ständige ausländische Wohnbevölkerung

Die ständige ausländische Wohnbevölkerung des Kantons St.Gallen erreichte Ende 2017 den Stand von 120‘931 Personen und ist somit im Vergleich zum Vorjahr um 1‘208 Personen gewachsen. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung beträgt 24,0 Prozent, was im Vorjahresvergleich einem Plus von 0,1 Prozentpunkten gleichkommt. Nicht in allen Wahlkreisen und Gemeinden ist ein Anstieg zu beobachten: Absolut betrachtet hat in einem der acht Wahlkreisen und in 29 Gemeinden die ausländische Bevölkerung im Vorjahresvergleich abgenommen. Die Zahl der Personen der ständigen ausländischen Wohnbevölkerung, die seit Geburt in der Schweiz lebt betrug im Jahr 2017 26'583 (5,3%) und ist somit im Vergleich zum Vorjahr um 144 Personen gestiegen. Gesunken ist hingegen die Anzahl der ausländischen Personen, die seit weniger als zehn Jahren einen Wohnsitz in der Schweiz haben (2017: 8,9%, 2016: 9,0%). Die Mehrheit der Ausländerinnen und Ausländer, 70,3 Prozent, lebt somit seit langem in der Schweiz und verfügt über eine Niederlassungsbewilligung C. Weitere 26 Prozent verfügen über eine Aufenthaltsbewilligung B.

 

Zahlentabellen

Ausländeranteile: Tabellen/Wohnbevölkerung 2017

 

Kartendarstellungen (Statistikdatenbank STADA2)


Wanderungsverlust bei Schweizer Staatsangehörigen, Wanderungsgewinn bei ausländischen Staatsangehörigen

Ende 2017 stehen auf Kantonsebene 17'406 Zuziehenden 16'729 Wegziehende gegenüber. Bei den Zuziehenden beläuft sich der Anteil ausländischer Personen auf 55,9 Prozent, bei den Wegziehenden auf 45,3 Prozent. Der Wanderungssaldo beläuft sich insgesamt auf +677 Personen. Letztmals wurde 2005 ein vergleichbar niedriger Wanderungssaldo registriert. Berechnet man den Wanderungssaldo für Schweizer und ausländische Staatsangehörige getrennt, resultiert für die Schweizer Staatsangehörigen ein Rückgang von -1‘479 Personen und für die ausländischen ein Zuwachs von +2‘156 Personen. Der Bevölkerungszuwachs der ausländischen Bevölkerung ist hauptsächlich auf die internationale Zuwanderung zurückzuführen. Der interkantonale Wanderungssaldo ist sowohl für Personen mit Schweizer wie auch ausländischer Staatsangehörigkeit negativ. Mit Ausnahme der 60- bis 69-Jährigen ziehen Personen aller Altersgruppen häufiger aus dem Kanton St.Gallen weg als zu. Am häufigsten zieht es 29- bis 29-Jährige in einen anderen Kanton, gefolgt von den 30- bis 39-Jährigen.

 

Zahlentabellen

Wanderungssaldo und Wanderungsintensität: Tabellen/Wanderungen

 

Kartendarstellungen (Statistikdatenbank STADA2)

Zu- und Wegzüge: Indikatoren unter "Indikator 1" auswählen

 

Kommentierte Grafiken


Wanderungsstudie 2006-2016 der Fachstelle für Statistik

Heute hier, morgen dort? Wer in den Kanton St.Gallen zieht und wer ihn verlässt

 

Geburtenüberschuss als Wachstumstreiber

Erstmals seit der Jahrtausendwende trägt der Geburtenüberschuss (Zahl der Lebendgeburten minus Zahl der Todesfälle) deutlich mehr zum Bevölkerungswachstum bei als der Wanderungssaldo. Im Jahr 2017 beträgt der Geburtenüberschuss auf Kantonsebene 1‘319 Personen. Der Geburtenüberschuss der ausländischen Staatsangehörigen ist mit 1'1'04 Personen gut fünfmal höher als derjenige der Schweizer (+215 Personen). Hauptursache dafür ist die unterschiedliche Altersstruktur der beiden Bevölkerungsgruppen.

 

Zahlentabelle

Geburten und Todesfälle sowie Zu- und Wegzüge: Tabellen/Bevölkerungsbilanz ständige Wohnbevölkerung 

 

Einbürgerungen als Hauptursache für das Bevölkerungswachstum Schweizer Staatsangehöriger

Die ständige Wohnbevölkerung mit Schweizer Staatsangehörigkeit erreichte im Kanton St.Gallen Ende 2017 einen Stand von 383‘755 Personen und ist somit im Vergleich zum Vorjahr um 926 Personen gewachsen (+0.2%). Dieses Wachstum ist hauptsächlich auf die 2'000 Einbürgerungen zurückzuführen. Die meisten Eingebürgerten stammen aus Südosteuropa. Der Geburtenüberschuss trägt mit +215 Personen nur geringfügig zum Bevölkerungswachstum der Schweizer Staatsangehörigen bei.

 

Zahlentabellen

Einbürgerungen: Tabellen/Bürgerrechtswechsel

 

Kartendarstellungen (Statistikdatenbank STADA2)


Demographische Alterung

Ende 2017 beträgt der Anteil der Kinder und Jugendlichen (Personen unter 20 Jahren) im Kanton St.Gallen 20,6 Prozent, der Anteil der erwerbsaktiven Bevölkerung (Personen zwischen 20 und 64 Jahren) 61,4 Prozent und der Anteil der über 65-Jährigen 18,0 Prozent. Im Vergleich zu den Vorjahren ist der Anteil der Kinder und Jugendlichen weiter zurückgegangen, wodurch sich die Altersstruktur erneut nach oben verschoben hat. Diese Entwicklung führt dazu, dass der Altersquotient, der das Verhältnis von Einwohnern im Rentenalter zur Erwerbsbevölkerung widergibt, stetig steigt. Im Jahr 2017 entfielen im Kanton St.Gallen 29,3 Personen im Rentenalter auf 100 Personen im erwerbsfähigen Alter. Weit über dem kantonalen Durchschnitt liegen die Gemeinden Wildhaus-Alt St.Johann, Amden, Ebnat-Kappel und Nesslau, in denen auf 100 Personen im erwerbsaktiven Alter mehr als 40 über 64-Jährige kommen. In der Mehrheit der Gemeinden ist im 2017 der Jugendquotient noch immer höher als der Altersquotient. Die Gemeinden Andwil und Mosnang weisen mit 46,6 Kindern und Jugendlichen pro 100 Personen im erwerbsaktiven Alter den höchsten Jugendquotienten auf.

 

Zahlentabellen

Altersmasszahlen: Tabellen/Wohnbevölkerung 2017

 

Das Durchschnittsalter der ständigen Bevölkerung im Kanton St.Gallen liegt bei 41,8 Jahren.

Die ausländische Bevölkerung ist insgesamt jünger als die schweizerische. Das Durchschnittsalter der Schweizerinnen und Schweizer liegt bei 43,4 Jahren, dasjenige der ausländischen Staatsangehörigen bei 36,6 Jahren. Der Grund dafür liegt darin, dass die zuwandernden Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit überwiegend jüngeren Alters sind.

 

Zahlentabellen

Altersstruktur nach Staatsangehörigkeit: Tabellen/Wohnbevölkerung 2017

 

Ein gutes Drittel der Bevölkerung ausserhalb der Landeskirchen

Der Anteil der Personen, die einer der beiden Landeskirchen angehören, verringert sich von Jahr zu Jahr. Von den 504‘686 Personen der ständigen Wohnbevölkerung gehörten im Jahr 2017 329‘991 Personen bzw. 65,4 Prozent einer der beiden Landeskirchen an, im Jahr 2011 waren es noch knapp 72 Prozent gewesen. Die Mehrheit der St.Galler Bevölkerung gehört der römisch-katholischen Kirche an (44,1%). Im Gegenzug nimmt der Anteil der Bevölkerung, der konfessionslos oder einer anderen Glaubensgemeinschaft angehört, stetig zu und beträgt 2017 36,6 Prozent.

 

Zahlentabellen

Landeskirchen und andere: Tabellen/Landeskirchen

 

 

Für weitere Auskünfte...

...wenden Sie sich an Andrea Jaberg, Fachstelle für Statistik Kanton St.Gallen, 058 229 21 91  / andrea.jaberg@sg.ch 

 

 

 


Statistik - Bevölkerungsentwicklung Kanton St.Gallen 2017: Unterdurchschnittliche Bevölkerungszunahme (31.08.2018 09:15)


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